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2026-10-11, Predigt zum Ende der Pfarrmission, Pater Dominikus CP

11. Oktober 2026

Liebe Kinder, liebe Jugendliche, liebe Schwestern und Brüder, bei dieser Pfarrmission hatten wir nicht den Auftrag, irgendwie etwas ganz Außergewöhnliches zu tun, sondern es war uns ein Herzensanliegen, einfach das Entscheidende und Zentrale unseres Glaubens uns wieder in Erinnerung zu rufen.

Und meine Überzeugung ist, unser Glaube ist so schön und so herrlich und irgendwie auch sehr einfach. Und es tut so gut, diesen Glauben ins Leben zu integrieren und wirklich in den Alltag umzusetzen, denn der Glaube führt uns hinein in eine ganz neue Weite, Freiheit, in eine ganz neue Dimension unseres Lebens.

Es macht nicht unser Leben eng, sondern ganz im Gegenteil weit und groß. Und wir sehen, dass es so viel mehr gibt als diese kleine sichtbare Realität, die wir wahrnehmen mit unseren Augen. Liebe Schwestern und Brüder, so habe ich am vergangenen Sonntag mit dem Symbol der Sonne drüber gepredigt, dass Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde ist, dass nichts zufällig einfach hier ist, sondern dass es einen Sinn hat, von ihm gewollt.

Und so wissen wir, dass wir von ihm gewollt sind, geliebt sind, bedingungslos von ihm geliebt. Und er ist wie ein Papa, ein liebevoller Papa, der voller Freude auf uns schaut, wir seine Kinder. Und vorgestern am Freitagabend haben wir auf das Kreuz geblickt, wo deutlich wird, Gott ist nicht irgendwie abgehoben weit weg, sondern er hat Ahnung von unserem Leben.

Er geht selber den Weg als Mensch und er geht selber hindurch durch die Tiefen des Lebens, durch Leid und auch durch den Tod. Gott ist nicht weit weg, sondern gerade in den dunklen Tagen unseres Lebens ist er da. In Jesus Christus hat es uns Gott gezeigt.

Ich bin bei euch wirklich alle Tage, selbst in den schwersten Stunden. Und hier Jesus reinzulassen und zu sagen, ja, ich glaube, du bist auch hier da, du begleitest mich in diesen schweren Stunden, du hilfst mir, du ziehst mich wieder raus, du vergibst mir meine Schuld und durch dich habe ich Kraft, auch meinem Nächsten zu verzeihen. Und heute ein drittes Symbol, liebe Grundschulkinder, wenn ihr euch erinnert, dann wisst ihr jetzt wahrscheinlich, welches Bild kommt.

Oder Sebastian, weißt du, welches dritte Bild jetzt kommt? Oh, kluger Mann. Sebastian hat sich nämlich am Freitagmorgen, als ich in der Schule war, entschieden, ein Freund von Jesus zu werden und dann hast du ein Jesus-Freundschaftsarmband bekommen, oder? Und da sind diese drei Symbole drauf. Und das Herz ist so einfach zu verstehen.

Es ist die Liebe und darum geht es in unserem Glauben. Können Sie sich vorstellen, dass dieser Gott, der uns geschaffen hat, der sein Leben für uns hingibt, eine Sehnsucht danach hat, dass Sie ihn lieben? Er hat eine Sehnsucht nach Ihnen, dass Sie ihm eine Antwort geben auf seine große Liebe. Es ist schwer einzusehen, dass jemand, der sein Leben hingibt für uns, auch geliebt werden will.

Darum geht es, dass wir unser Herz für ihn öffnen. Unser Glaube besteht nicht einfach darin, Pflichten zu erfüllen oder irgendwie nach einer gewissen Kultur zu leben, sondern es geht in erster Linie darum, dass wir unser Herz für ihn öffnen, dass wir in eine Beziehung mit Gott eintreten, der ganz persönlich für uns da ist, den wir ansprechen können mit einem Du, den wir in Jesus in die Augen schauen können, dem wir in einer freundschaftlichen Beziehung begegnen können. Wir hatten das Motto bei dieser Pfarrmission, öffnet die Tore für Christus.

Und das Tor ist letztlich unser Herz. Denn einmal heißt es in der Heiligen Schrift, Ich stehe an der Tür deines Herzens und klopfe an. So ist Gott.

Er steht an der Tür unseres Herzens und klopft. Und wissen Sie, was er da macht? Er wartet, wie man das macht, wenn man vor einer Haustür steht. Er drückt nicht einfach die Klinke und sagt, da bin ich, sondern er wartet geduldig.

Und es liegt an uns, an unserer Freiheit, ob wir die Tür unseres Herzens aufmachen und ihn reinlassen. Aber wir haben auch diese Freiheit zu sagen, Gott, vielleicht hast du mich geschaffen. Ja, vielleicht bist du am Kreuz für mich gestorben, aber ich interessiere mich nicht für dich, bleib draußen.

Ich mache einfach das, was ich will. Ich richte mich nicht auf dich aus. Ich höre nicht auf deine Stimme. Und die Tür unseres Herzens bleibt zu ein Leben lang. Aber in jeder Situation, es ist nie zu spät, haben wir die Möglichkeit, die Tür unseres Herzens weit aufzumachen und zu sagen, ja, Herr, komm. Und genau das haben wir heute im Evangelium gehört, dass Jesus und Gott uns einlädt zu einer Hochzeitsfeier.

Da geht es um die Liebe, oder? Er lädt uns nicht ein zu einem Vertrag. Er lädt uns nicht ein, dass wir zu einer Institution dazugehören und in erster Linie Kirchensteuer zahlen. Er lädt uns nicht ein, dass wir einfach brav sind, sondern er lädt uns vor allem ein zu einer Herzensbeziehung.

Und alles andere folgt raus. Es ist schön, dass Sie heute gekommen sind und sich haben einladen lassen von Jesus. Und ich hoffe, Sie dürfen und dürften schon häufig erfahren, wie wunderschön es ist, mit ihm das Leben zu teilen.

Wie reich er uns beschenkt. Ich möchte Ihnen in sieben Gedanken ausführen, was es heißen kann, ganz konkret, wenn wir die Tür unseres Herzens für Gott geöffnet haben. Das heißt zum einen, dass wir natürlich mit unserem Freund Jesus, mit Gott, den wir an unser Herz reinlassen, täglich Zeit verbringen.

Alles andere wäre komisch. Wie könnten wir sagen, ich habe eine Herzensbeziehung zu jemandem, aber ich melde mich halt zweimal im Jahr und schaue mal kurz vorbei. Nein, wenn es eine echte Freundschaft ist, und darum geht es, dann dürfen wir diese Beziehung tagtäglich pflegen.

Ich möchte Sie ermutigen, täglich 15 Minuten Gott zu schenken. Wir haben 24 Stunden Zeit. 15 Minuten explizit, die Sie Gott schenken.

Nicht so im Nebenbei mal kurz beten. Nicht nur so mal in 10 Sekunden vor dem Essen. Auch das. Aber eine Viertelstunde am Tag, wo Sie sich Zeit nehmen und sagen, da ist nichts anderes wichtiger, da zählt es mal nur Gott. Und was können Sie da tun? Einfach so beten, wie Sie es bisher gelernt haben. Mit Jesus, Ihrem Freund, sprechen und ihm alles erzählen, was auf Ihrem Herzen ist.

Und dann ist es gut, ihm auch zuzuhören, was er uns sagt. Und das können wir ganz einfach, wenn wir das Wort Gottes lesen. Und umso mehr wir es lesen, umso mehr merken wir, es spricht wirklich zu meinem Herzen.

Und dann ist es auch gut, eine stille Zeit zu haben, ruhig zu werden und einfach wahrzunehmen, Herr, Du wohnst in meinem Herzen, Du bist da. Eine Viertelstunde am Tag. Ein zweites, ich habe es auch den Kindern in der Schule gesagt, wenn sie Freunde von Jesus sind, alle Freunde von Jesus treffen sich einmal die Woche zum Freundestreff.

Das ist so ähnlich, Sebastian, du bist ein Jahn-Regensburg-Fan, das sehe ich an deinem Trikot. Da treffen sich die Fans zum Fußballspielen. Entweder geht man ins Stadion, oder man schaut es vielleicht am Fernsehen an.

Wenn wir Freunde von Jesus sind, logisch, treffen wir uns auch einmal die Woche, es ist die Sonntagsmesse. Vielleicht ist es mal wieder hilfreich, so ganz einfach Sonntagsgottesdienst zu verstehen. Es ist nicht in erster Linie ein Ritus, den wir irgendwie abarbeiten, sondern es ist die Beziehung mit ihm zu pflegen und sich zu treffen mit anderen, die auch unterwegs sind.

Und wie schön ist es, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu ermutigen. Da dürfen Sie ruhig in der Kirchenbank auch mal links und rechts schauen und wahrnehmen, wer da neben Ihnen sitzt. Und sich ermutigen zu lassen von dem Glauben des anderen, der vielleicht gerade in dieser Situation heute voller Freude, voller Überzeugung glaubt, während Sie vielleicht sagen, heute tue ich mich gerade schwer.

Da können wir uns gegenseitig stärken und uns gegenseitig ermutigen. Und dann wird uns in der Heiligen Messe das große Geschenk zuteil, das sich Jesus uns in der Eucharistie komplett hinschenkt. Da ist wirklich Herzensbegegnung möglich.

Er verschenkt sich uns einfach. Wenn wir es uns auf der Zunge zergehen lassen, was es heißt, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Das klingt meines Erachtens wie ein Heiratsantrag, wo sich der Bräutigam vor der Braut niederkniet und sagt, ich will dir mein ganzes Leben schenken, ich liebe dich bedingungslos.

Und das Schönste ist, wenn die Braut sagt, ja, ich will dich auch lieben. Genau das geschieht in der Kommunion, wo wir ganz eins werden mit ihm. Ein Drittes.

Wenn wir Beziehungen mit Gott leben und Freundschaft mit Jesus Christus, dann ist es so ähnlich wie in jeder menschlichen Beziehung, dass es mal Höhen und Tiefen gibt und auch mal Tage gibt, wo wir in die Irre laufen und uns falsch verhalten. Oder wie ist es mit ihrem Ehemann oder ihrer Ehefrau, da wird es wahrscheinlich auch so sein, dass sie ab und zu sich mal eingestehen, Entschuldigung, das war jetzt dumm von mir. Und da fällt uns kein Sacken aus der Krone, sondern es ist so gut, ehrlich zueinander zu sein.

Und das Gleiche dürfen wir tun in der Beziehung mit Gott, wer von uns könnte behaupten, es zu leben, das erste Gebot, sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, mit ganzem Herzen, mit deiner ganzen Kraft, mit all deinen Gedanken, deinem Nächsten wie dich selbst. Es ist da ein Beinbruch, wenn wir ihm eingestehen, Herr, schau hier, habe ich nur an mich gedacht. Und das tun wir im Schuldbekenntnis in der Heiligen Messe und das tun wir in besonderer Weise in der regelmäßigen Beichte.

Die Kirche gibt uns ins Hausaufgabenheft, mindestens einmal im Jahr, das ist so, also die unterste Grenze, einmal im Jahr zur Heiligen Beichte zu gehen. Das wäre so ungefähr, wie wenn ich Ihnen sagen würde, duschen Sie wenigstens einmal im Monat. Es ist besser, es häufiger zu tun.

Und Sie werden merken, es macht uns einfach frei. Es erniedrigt uns überhaupt nicht, sondern ganz im Gegenteil, es richtet uns auf. Ein viertes, die Beziehung mit Gott zu leben, heißt zu entdecken, Gott, was hast du mit mir vor? Er hat nicht so einen ganz detaillierten Plan, wo er uns dann irgendwie austrickst, falls wir einmal falsch um die Ecke biegen, aber er hat so eine grundlegende Idee für unser Leben.

Er hat uns Gaben und Talente geschenkt und möchte, dass die voll zur Entfaltung und zur Blüte kommen. Und hier zu fragen, Herr, was hast du vor mit meinem Leben? Und viele von Ihnen haben das schon entdeckt und haben sich schon auf einen Weg gemacht, zum Beispiel in der Ehe. Und dann täglich neu diesen Lebensstand zu leben und sagen, ja, das ist meine Berufung, in erster Linie meinen Ehemann, meine Ehefrau zu lieben, täglich.

Das ist ihr Weg, wie sie Gott nahekommen. Und ja, ich bin selber nicht verheiratet, wie Sie wahrscheinlich ahnen können, aber als Priester höre ich sehr vieles von Ehepaaren und ich weiß, wie herausfordernd das ist. Aber es ist vielleicht gut so, denn es formt uns mehr und mehr zu einer selbstlosen Liebe.

Die Ehe ist ein wunderbarer Weg, um täglich wieder neu Geduld, Sanftmut, Hingabe, Verzeihung einzuüben und zu leben. Ein Fünftes natürlich bedeutet, wenn wir in die Freundschaft mit Jesus eintreten, dass wir ein Herz für unseren Nächsten haben und unseren Nächsten lieben. Wie kann es sein, wie könnte es zusammengehen, dass wir sagen, ja, ich bin ein Christ und ich folge Jesus Christus nach, aber meinen Nachbarn, den schaue ich nicht an.

Das passt nicht zusammen. Jesus lädt uns ein, den Nächsten zu lieben. Und sogar auch den, der uns Feind ist und der uns unsympathisch ist und mit dem wir uns schwer tun, ihm von Herzen zu verzeihen und hier diesen Teufelskreis des Bösen zu durchbrechen und das Reich der Liebe aufzurichten.

Ein Sechstes, ein Freund von Jesus zu sein, heißt, wie Jesus selber sagt, wer mein Jünger sein will, der nehme täglich sein Kreuz auf sich. Und auch das ist gar nicht so außergewöhnliches. Wir müssen die Kreuze nicht groß suchen und die Schwierigkeiten, sondern die sind einfach da in unserem Leben.

Und manchmal sind die Kreuze auch die Liebsten in unserer Umgebung, die uns auch mal herausfordern oder der Beruf oder die Menschen, die uns anvertraut sind oder eine schwierige Phase in unserem Leben. Wir können uns dagegen wehren und uns gegen Gott auflehnen oder es so tun, wie es Jesus selber getan hat und wie es uns empfiehlt. Nimm es an.

Und dann merken wir, es verwandelt uns. Ja, die Last wird leicht, wenn wir es mit ihm tragen. Und wir werden ihm ähnlich, der auch den Weg des Kreuzes gegangen ist.

Und ein Letztes, liebe Schwestern und Brüder, wenn wir Christen sind und Jesus Christus nachfolgen, wenn wir unser Herz für ihn geöffnet haben, dann ist völlig klar, wir wissen, wo es hingeht. Wir leben nicht einfach so in dieser Welt für ein paar Jahrzehnte und versuchen da halt das Beste rauszuholen, sondern wir haben klaren Fokus und wissen, wo dieses Leben hinführt. Dieses Leben besteht letztlich darin, dass wir uns vorbereiten auf diese ewige Hochzeitsfeier, dass wir unser Gewand herrichten, es immer wieder neu reinwaschen lassen, dass wir in der Liebe verwandelt werden, sodass wir, wenn wir ihm begegnen, kurz nach unserem Tod werden wir Gott schauen, der die absolute Liebe ist.

Und da gilt es, darauf vorbereitet zu sein, sodass wir nicht uns im Grund und Boden schämen über unser Leben, dass das nicht zusammenpasst mit ihm, der die Liebe ist, sondern uns freuen über ihn. Und so stelle ich es mir vor, Jesus hat es uns in einem Gleichnis gesagt, dass der himmlische Vater uns entgegenläuft und sagt, mein Sohn, da bist du, ich freue mich, komm in meinen Arm. Lasst uns darauf vorbereiten, auf diese Begegnung mit ihm, die dann in einer Hochzeitsfeier mündet, und wir haben es in der ersten Lesung gehört, mit erlesensten Speisen, mit dem besten Wein, eine Hochzeitsfeier, wie man es sich eben vorstellt.

Freude ohne Ende, das ist unser Ziel. Ja, machen Sie heute diesen Schritt, Ihr Herz weit zu öffnen für ihn. Amen.