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2026-07-19, Predigt Mt 13, 24-43, Gleichnis vom Senfkorn, (Familiengottesdienst), Pfr. Erich Renner

19. Juli 2026

Liebe Kinder, liebe Eltern, liebe Schwestern und Brüder, es geht heute um das Senfkorn. Um dieses Gleichnis, das Jesus im heutigen Evangelium erzählt hat.

Es ist ein kleines Korn, man kennt es vielleicht am besten so von einem Essiggurkenglas, wo dann so Senfkörner drin sind.
Und es wird zu einem großen Gewächs. Es heißt hier, ein bisschen falsch übersetzt oder nicht ganz deutlich übersetzt, größer als die anderen Gewächse. Da könnte man das so verstehen, dass es quasi das größte Gewächs ist, das es überhaupt gibt.
Aber es ist eigentlich gemeint, es wird größer als die Gartengewächse. So ist es wörtlich gemeint. Das heißt also, was sonst im Garten wächst, Kohlrabi oder Blumenkohl oder was weiß ich, und der Senf, die Senfstaude wird größer.
Die Senfstaude wird etwa einen Meter groß und der Senfbaum etwa sechs Meter. Und der Senfbaum wird übrigens auch, bloß nebenbei erwähnt, Zahnbürstenbaum genannt. Wisst ihr warum? Weil die kleinen Zweige des Senfbaums, die sind so rau und die haben die Leute früher als Zahnbürste genommen, so gekaut.
Dann wurden die Zähne sauber und außerdem enthalten sie auch Fluoride, was man in der Zahnpasta hat, und dadurch werden eben auch die Zähne gereinigt. Aber müssen wir nicht ausprobieren. Nur zur Info als Hintergrund.
Also, der Senfbaum, auf jeden Fall, ist nicht das allergrößte Gewächs, aber sehr groß. Von unserem kleinen Korn. Von unserem kleinen Senfkorn.
Und darum geht es heute, an einem ganz kleinen, winzigen Anfang steht ein Körnchen. Ich habe jetzt keins dabei, wenn ich es euch zeigen würde, das würdet ihr von hier aus gar nicht sehen. So klein ist das.
Und da wird eben eine Staude oder sogar ein großer Baum daraus. Also, was will uns Jesus sagen? Dass es oft ganz kleine Anfänge gibt und dass da ganz was Großes draus werden kann. Ja, ist es sogar so, wenn man so die Geschichte der Menschheit betrachtet, alles Große, was Menschen zu Stande gebracht haben, alles Große, Berühmte, was Menschen gemacht haben, hat meistens ganz, ganz, ganz klein, unscheinbar angefangen, manche Firmengründung zum Beispiel, in der Garage oder so, und dann ist das ein Imperium.
Also, ganz kleine Anfänge und ganz was Großes kann draus werden. Und dazu jetzt fünf Beispiele, wie das so ist, mit den kleinen Anfängen.
(Kinder zeigen am Altar nacheinander fünf verschiedene Bilder)
BILD 1: ein Embryo
Zeigt es mal her. Könnt ihr das erkennen von hinten? Ganz winzig entwickelt sich der Mensch, ganz, ganz kleine Anfänge. So entsteht der Mensch, aus ganz kleinen Anfängen.
Der Mensch ist ein großartiges Wesen. Er kann große Dinge tun. Aber jeder Mensch fängt ganz klein an, als Embryo im Mutterleib.
Genau, so hat das Gott schon in der Natur eingeschrieben. Danke, Julia. Jetzt kommt das zweite Beispiel.
So. Nora, was hast du Schönes? Zeig es mal her.
BILD 2: Apostel und Maria im Pfingstsaal
So, wer kann da was? Das ist ein bisschen schwieriger zu erkennen, glaube ich. Da sieht man also die Apostel und Maria, und da kommt sowas Rotes auf die herab, so Feuerzungen. Wer weiß das schon? Das kennt ihr schon.
Nämlich, wann sind die Vorzungen gekommen? Der Heilige Geist. Genau, der Heilige Geist an Pfingsten. Und das war der Anfang der Kirche.
Die Kirche ist eine riesige, weltweite Gemeinschaft von Menschen, die an Jesus glauben. Aber sie hat ganz klein angefangen, mit Maria und den zwölf Aposteln im Pfingstsaal.
Genau, und die haben dann das Evangelium verkündet, und an Pfingsten haben sich schon 3000 Leute etwa taufen lassen. Und heute ist die Kirche weltweit verbreitet, in allen Sprachen, in allen Ländern gibt es Christen. So ganz klein, unscheinbar hat es angefangen, mit ein paar Fischern und teilweise ungebildeten Leuten und Gott hat was ganz Großes draus gemacht.
Danke dir.
BILD 3: Franz von Assisi
So, jetzt kommt der Leopold. Kennt ihr den Mann? Kennt ihr den? Ein bisschen schwieriger.
So ein berühmter Heiliger, ich helfe euch drauf, wir feiern heuer seinen 800. Todestag. Wird heuer auf der ganzen Welt groß gefeiert, dieser ganz berühmte Mann.
Franz von Assisi. Leopold, was hast du uns zu sagen? Der Heilige Franz von Assisi hat eine weltweite Gemeinschaft gegründet. Heuer ist sein 800.Todestag. Aber auch er hat ganz klein angefangen, mit ein paar Gleichgesinnten, die wie er in Armut lebten. Genau, eine ganz winzige Gemeinschaft.
Die Leute haben vielleicht sogar gespottet, was wollen die da, die laufen da in Lumpen rum und essen nichts und betteln und sowas. Und heute gibt es die Franziskaner und Franziskanerinnen auf der ganzen Welt ,und die machen viele tolle Sachen.
Einfach eine riesige weltweite Familie, franziskanische Familie, sagt man auch, von ganz kleinen Anfängen, so hat es begonnen. So arbeitet Gott.
BILD 4: ABC
So, das könnt ihr lesen. Nämlich das ABC. Was hat das jetzt zu tun mit kleinen Anfängen? In der Schule, dass man in der ersten Klasse zuerst die Buchstaben lernen muss, dann kann man bis 10 zählen und so fängt man die Schule an.
Jeder Schüler muss ganz klein anfangen. Das ABC und das Einmaleins lernen, lesen, schreiben, rechnen. Aber später kann man einen Beruf erlernen und große Dinge tun.
Genau, so funktioniert das. Immer muss man klein anfangen. Jeder Professor, jeder hat mal ganz, ganz klein in der Schule begonnen mit Lesen und Schreiben.
Danke dir.
BILD 5: Kindergebetbuch
Und die Lisa hat noch was Schönes.
Kindergebete.
Kindergebete, genau. So ein Kindergebetbuch ist das hier, die erste Seite. Und dazu sagt uns die Lisa noch was.
Auch beim Beten fängt man klein an, mit einfachen Kindergebeten. Mit den Jahren kann man lernen, ganz persönlich mit Gott zu reden und tiefe Erfahrungen mit ihm zu machen. Genau, auch der Glaube ist ganz klein, wie eine Pflanze.
In der Taufe wird quasi das eingepflanzt in dir, und dann muss das gepflegt werden, gegossen werden von den Eltern, von Paten usw. Erstkommunion, Firmung. So muss der Glaube, das Beten auch wachsen, sich entwickeln im Laufe des Lebens.
Danke. So, jetzt haben wir fünf schöne Beispiele gehört, wie Gott arbeitet, wie das Leben funktioniert. Immer ganz klein geht es los, und dann kann was Großes draus werden.
Und das ist auch für uns in der Kirche wichtig, in der Pfarrei zum Beispiel. Denn heute ist es so, da kommen nicht immer gleich tausend Leute, wenn wir was machen. Vielleicht ein paar Leute zum Bibelgespräch oder ein paar Leute in die Anbetung oder irgendwas.
Und wir dürfen uns da nicht entmutigen lassen und sagen, mei, wegen ein paar Leuten und so lohnt es sich ja gar nicht. Nein, auch daraus kann Gott was Großes machen. Wir dürfen uns, wir müssen immer das Kleine schätzen und vertrauen, dass es wachsen kann.
Wir dürfen in der Hoffnung leben, dass Gott eben heute auch wirkt, auch wenn es oft klein, unscheinbar ist, ganz schwach, ganz zaghaft. Aber es darf wachsen. Und wenn wir Geduld haben, dann können wir auch den Baum einmal betrachten.
Amen.