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2026-10-10, Predigt zum Abschluss der Pfarrmission, Pater Dominikus CP

10. Oktober 2026

Liebe Schwestern und Brüder, bei dieser Pfarrmission ging es uns darum, nicht etwas besonders Neues und Außergewöhnliches zu tun und Ihnen etwas ganz Neues zu sagen, sondern einfach das Wesentliche unseres Glaubens uns wieder neu in Erinnerung zu rufen.

Und ich bin der Überzeugung, unser Glaube ist letztlich ganz einfach.

Jedes Kind kann es verstehen, aber die Frage ist, lassen wir uns wirklich drauf ein? Und so haben wir am letzten Sonntag mit dem Bild der Sonne drauf geschaut, dass Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde ist, der alles gemacht hat und der uns geschaffen hat. Und gestern Abend haben wir am Abend der Barmherzigkeit auf das Kreuz geschaut und gesehen, dass Gott kein Idealist ist, der einfach so in den Wolken schwebt, sondern ein echter Realist, der Ahnung hat von unserem Leben und der sich entscheidet, ganz bei uns zu sein und mit uns zu leben. Ja, sogar wirklich in die Tiefen unseres Lebens hinabzusteigen und für uns Leid, Kreuz und Tod auf sich zu nehmen, um uns zu erlösen und frei zu machen.

Und das Dritte, auf das wir heute schauen möchten, zeige ich Ihnen. Unübersehbar, ein Herz. Es ist ein Herz, denn es geht darum, wie entscheiden wir uns jetzt.

Wir haben es im Evangelium gehört, Jesus vergleicht unseren Glauben des Reichgottes mit einer Hochzeitsfeier, zu der wir eingeladen sind. Und bei einer Hochzeitsfeier, da geht es um das Herz, um die Liebe. Die Frage ist, kommen wir zu dieser Hochzeitsfeier? Gott lädt uns ein, mit ihm Hochzeit zu feiern.

Diese Hochzeit beginnt schon hier auf Erden, wenn wir uns entscheiden, ja, Jesus, du darfst in mein Leben kommen. Ja, Jesus, ich nehme dich an als den Sohn Gottes, der mich erlöst und rettet und der mich hineinführt ins ewige Leben. Jesus zwingt uns nicht.

Er befiehlt uns nicht den Glauben, sondern er lädt uns ein. Mich bewegt sehr die Bibelstelle, wo es in der Offenbarung heißt, ich stehe an der Tür eures Herzens und klopfe an. Und Jesus wartet.

Wartet, ob wir die Tür aufmachen. Und wenn wir sie nicht aufmachen, dann wartet er geduldig ein Leben lang. Und wenn wir dann einmal vor ihm stehen, wird er uns sagen müssen, Entschuldigung, ich kenne dich nicht.

Wenn wir uns aber hier auf Erden entscheiden, ja, ich mache die Tür auf, ich glaube an dich, ich vertraue auf dich, der du mich geschaffen hast, der du mich bedingungslos liebst und mir meine Schuld vergibst. Ich lasse mich ein auf dich. Dann kommt er herein in unser Leben, verwandelt unser Leben.

Und wir können erfahren, er ist wirklich da. Liebe Schwestern und Brüder, ich hoffe, Sie haben diesen Entschluss schon einmal getroffen. Ja, ich glaube an dich.

Wir merken, dass unser Glaube nicht einfach so eine Entscheidung ist, wo wir so ein paar Argumente uns austauschen, dann sagen, ja, finde ich irgendwie sinnvoll, mache ich, sondern Glaube ist wirklich ein Sprung und ein Wagnis. Der Glaube, wir können Gott nicht sehen, wir können ihn nicht greifen, der Glaube ist ein Sprung ins kalte Wasser. Aber die Erfahrung ist folgende: Wenn wir die Tür aufmachen, wenn wir den Sprung wagen, dann tritt er ein in unser Leben und wir erfahren, wie er da ist.

Er beschenkt uns überreich und wir erfahren wirklich, wie wir von ihm so sehr geliebt sind, wenn wir ihm unser Herz öffnen. Liebe Schwestern und Brüder, ich lade Sie zu diesem Schritt heute ein, wieder bewusst zu sagen, ich glaube. Ja, Gott, ich vertraue auf dich.

Ja, ich lasse dich rein in mein Leben. Du darfst mit mir leben und ich möchte mit dir unterwegs sein. Ich möchte Ihnen in sieben Gedanken kurz nennen, was es heißt, wenn wir unser Herz ihm öffnen, wie das ganz konkret ausschauen kann, wenn wir uns entscheiden, Jesus in unser Leben zu lassen, seine Jünger zu werden, seine Freunde zu sein.

Das Erste, wenn wir Freunde von Jesus sind, dann werden wir täglich mit unserem Freund Zeit verbringen. Und was wäre das für ein Freund, wenn wir so ihm vorbeigehen, mal kurz Hallo sagen und es wäre alles. Es wäre kein Freund, sondern vielleicht eine Kumpelbeziehung, wo man sagt, ja, irgendwie auch nett, dass du da bist.

Wenn er wirklich unser Freund ist, dann werden wir mit ihm Zeit verbringen, tagtäglich. Und wir nennen das ganz einfach Gebet. Mit Jesus, mit Gott Zeit zu verbringen, ihm zu erzählen, was wir auf dem Herzen haben, ihn kennenzulernen, auf seine Stimme zu hören, im Wort Gottes, uns von ihm was sagen zu lassen, unser Leben wirklich mit ihm teilen, von ihm lernen und uns von ihm verwandeln zu lassen.

Das Zweite, sie tun es heute am Sonntag, Treffpunkt aller Freunde Jesu im Gottesdienst. Manche sagen, Gottesdienst, Heilige Messe, irgendwie kann ich damit nicht viel anfangen. Ganz grundsätzlich geht es darum, dass wir uns treffen, miteinander unseren Glauben feiern und Jesus mehr und mehr kennenlernen.

Ganz einfach. Und in der Eucharistie, in diesem unfassbaren Geschenk, dürfen wir erleben, wie er sich uns schenkt als unser Bräutigam. Das ist mein Leib, der für dich hingegeben wird.

Und er verschenkt sich einfach so. Wenn wir es genau betrachten, ist der Kommunionempfang, wenn wir daran glauben, dass Jesus in dieser Hostie hier gegenwärtig ist, wie eine göttliche Umarmung für uns oder wie ein inniger Kuss, wo immer wieder deutlich wird, schau, wie sehr ich dich liebe. Ich schenke mich dir einfach hin.

Und es macht natürlich eigentlich nur Sinn, wenn wir sagen, ja, ich liebe dich und ich möchte mit dir unterwegs sein. Du darfst wirklich mein Freund sein. Erst dann, wenn wir diese Entscheidung getroffen haben, ja, komm in mein Leben, dann werden wir merken, dann wird die Heilige Messe zu einer echten Feier, zu einer richtigen Freude.

Das Dritte, wenn wir Freundschaft mit Jesus leben, dann wird es sein, wie in jeder anderen freundschaftlichen Beziehung auch, dass wir mal einen Fehler machen und dass wir ihn aus dem Blick verlieren und dass wir ihm etwas Ungerechtes antun. Und deshalb gilt, dass wir natürlich in unserer Beziehung mit Gott regelmäßig zu ihm kommen und uns bei ihm entschuldigen für das, was nicht recht war. Das ist nichts Außergewöhnliches und irgendwie etwas ganz Mysteriöses, sondern das Normalste von der Welt, oder? Wir nennen das Beichte.

Dass wir zu ihm kommen und die drei, vier, fünf, sechs Dinge aufzählen, wo wir sagen, ja, da muss ich bekennen, da habe ich falsch gehandelt. Und die Erfahrung ist diese wunderschöne, dass er uns einfach frei macht und sagt, ich vergebe dir und es fällt eine Last von uns ab. Wir werden mit neuer Kraft erfüllt.

Ein Viertes, wenn wir Jesus unser Herz öffnen und ihn reinlassen in unserem Leben, dann werden wir merken, dass er eine Sendung für uns hat in dieser Welt. Dass wir nicht einfach so zufällig in dieser Welt sind, sondern eine Aufgabe haben, ja, eine Berufung haben in dieser Welt. Es gibt diese großen beiden Hauptberufungen im Ordensstand oder als Priester und die Ehe.

Und hier ihren Lebensstand mit ganzer Hingabe zu leben, ist ihr Weg, wie sie Gott in ganz besonderer Weise nahe kommen. Wir haben heute Nachmittag mit Ehepaaren Eheerneuerung gefeiert. Die Ehe ist so ein großes Geschenk, wenn Mann und Frau sich gegenseitig und einander hinschenken und sich die Liebe versprechen und die Treue.

Und wer seine Berufung noch nicht entdeckt hat, kann Gott fragen, Herr, was willst du mit mir machen? Was hast du mit mir vor? Was hast du in mein Leben hineingelegt? Auf ihn zu hören und uns von ihm führen zu lassen.

Ein Fünftes, ein Freund von Jesus zu sein, heißt natürlich, dass diese Freundschaft mit Jesus in der nächsten Liebe konkret werden darf. Wie können wir Gott lieben, wenn wir es nicht einmal hinbekommen, unsere Nächsten zu lieben? Und ja, liebe Schwestern und Brüder, da merken wir alle, da haben wir Luft nach oben.

Wenn wir es nicht einmal hinbekommen, zu unserem Nachbarn, der dem Haus neben uns wohnt, ihm einfach liebevoll und freundlich zu begegnen. Aber Jesus lädt uns dazu ein, dass wir unser Herz auch füreinander öffnen. Nicht nur für die, die wir angenehm und sympathisch finden, da ist es schön und leicht, sondern auch zu denen, mit denen wir uns schwer tun.

Ja, er geht so weit, dass er sogar sagt, sogar deinen Feind darfst du lieben. Denn die Liebe hat die Macht, den Hass zu durchbrechen und wirklich etwas Neues in diese Welt hinein zu pflanzen und das Reich der Liebe aufzubauen. Das Sechste, wenn wir Jesus nachfolgen, dann sagt er uns ganz klar, wenn du mein Jünger sein willst, dann sei auch bereit, täglich dein Kreuz auf dich zu nehmen.

Die Kreuze unseres Lebens müssen wir nicht suchen, sondern es sind einfach die, die jeden Tag irgendwie da sind. Die Schwierigkeiten und Herausforderungen unseres Lebens. Wir können uns ständig dagegen wehren und sagen, es darf nicht sein, ich muss mich irgendwie nochmal selbst optimieren und ich muss alle möglichen Dinge irgendwie verändern und ausbügeln, können wir alles machen.

Aber wir werden doch immer merken, es bleibt ein Kreuz in unserem Leben. Und Jesus lädt uns ein, nimm es an. Versuche es nicht auf die Seite zu schieben, sondern nimm es an und es ist der Weg, wo du geformt wirst zu einem echten Jünger Jesu, der fähig ist, selbst etwas zu lieben.

Und das Letzte, ein Jünger Jesu zu sein, heißt, einen klaren Fokus zu haben von unserem Leben. Einen klaren Fokus, wo es hingeht. Uns ist völlig klar, wo es hingeht. Ins Himmelreich, liebe Schwestern und Brüder. Das darf uns, muss uns klar sein. Das ist unser Ziel.

Unser Ziel ist nicht, dass wir hier ein paar Jahrzehnte halbwegs sinnvoll verbringen, sondern unser Ziel ist, dass wir auf ewig Hochzeit feiern mit unserem Gott. Er lädt uns ein zu dieser Hochzeit, haben wir im Evangelium gehört. Dieses Ziel vor Augen zu haben und dem hinterher zu laufen, hier alles auf eine Karte zu setzen und zu sagen, ja, dieses Ziel will ich erreichen, darum geht es.

Liebe Schwestern und Brüder, er lädt sie ein, heute neu diesen Schritt zu machen, damit es uns nicht so ergeht, wie wir im Evangelium gehört haben, dass wir am Ende zu denen gehören, die eingeladen waren, aber keine Zeit hatten, keine Lust hatten zu kommen, sich mit anderen Dingen beschäftigt haben, sondern dass wir zu denen gehören, die sagen, ja, ich lasse mich von dir einladen, ich komme zu dieser Hochzeit, ich will mein Herz dir öffnen und ich lasse dich rein in mein Leben.