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2026-07-26, Predigt Mt 13, 44-46, Schatz im Acker, Pfr. Erich Renner

26. Juli 2026

Liebe Christen, auf einem Feldkreuz las ich den Spruch: „Das tat ich für dich, was tust du für mich?“ Jesus ist am Kreuz für dich gestorben, hat alles für dich gegeben, sich selbst hingegeben. Was tust du für ihn?

Was bist du bereit für Gott zu geben? Wie viel Zeit investierst du für Jesus, für das Reich Gottes? Kannst du etwas loslassen um Jesu Willen? Um dieses Thema geht es heute im Evangelium, es geht um Hingabe. Zwei machen eine ganz tiefe Erfahrung, die entscheidende Entdeckung ihres Lebens.

Den Schatz im Acker, der eine, der andere findet die kostbarste Perle, die er je gefunden hat. Und beide treffen die gleiche Entscheidung, alles andere hinzugeben, loszulassen, wegzugeben für das Eine, für das Große, für das Wunderbare, das sie entdeckt haben. Das heißt nun übertragen für uns: Erst wer Gott entdeckt hat, ist bereit und in der Lage, sich ihm ganz hinzugeben, sich ihm ganz zu überlassen, auch manches für Gott loszulassen und für Gott eben viel zu tun, ihm viel Zeit zu schenken, sich ganz Gott zu überlassen.

Erst wer diese Erfahrung mit Gott gemacht hat. Was hindert uns, uns ganz Gott zu überlassen? Was macht uns Angst, uns hinzugeben? Da gibt es verschiedene Gründe.


Das sind zum einen falsche Gottesbilder. Gott ist der jähzornige, unberechenbare Tyrann oder der mir immer nachschnüffelt und sofort mir jeden Fehler vorhält oder der, der mich benachteiligt und die anderen alle lieber mag als mich.

Solchen falschen, auch dämonisch genannten Gottesbildern können wir nur begegnen mit den wahren Bildern von Gott, die uns die Heilige Schrift schenkt. Gott ist nicht der Aufpasser, sondern der in Liebe auf mich schaut. Gott ist nicht unberechenbar, sondern oft unbegreiflich. Gott ist nicht ungerecht, sondern der Allergerechteste und der barmherzige Vater, der jedem genau das gibt, was er braucht, nicht jedem das Gleiche, aber jedem das, was für ihn gut ist.


Ein weiteres Hindernis, uns ganz Gott zu überlassen, ist die Angst, es könnte dann schwerer werden. Der Glaube als Last, als Überforderung. Aber wenn Sie sich erinnern, vor ein paar Wochen hatten wir das schöne Evangelium, wo Jesus sagt, mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht. Jesus will uns nicht neue Lasten auflegen, das Leben schwerer machen, sondern Lasten abnehmen und Lasten tragen helfen.

Wichtig ist vor allem, dass wir immer mehr erkennen, wie sehr Gott uns liebt. Und da kann gerade auch dieser Spruch uns helfen. Das tat ich für dich am Kreuz. Was tust du für mich? Wenn wir nur ein bisschen erahnen, was es bedeutet, dass Gott seinen Sohn für uns hingibt am Kreuz, dass Jesus, Gottes Sohn, der Unschuldigste aller Menschen, für uns leidet, diese unfassbare Liebe, wenn wir die ein wenig erfassen, dann können wir eine einigermaßen angemessene Antwort der Liebe geben, wenn wir erkannt haben, wie sehr Gott uns liebt.

Im Evangelium sind diese beiden, die diese Erfahrung machen, die das Entscheidende im Leben entdeckt haben. Das ist eben der Hinweis auf uns, auf die Entdeckung Gottes.

Wer Gott erfahren hat, dessen Herz weitet sich, wer ein bisschen mehr erahnen darf, wie groß, wie mächtig, wie barmherzig, wie gerecht und wie schön Gott ist, der wird auch bereit und in der Lage sein, eine großherzige Antwort zu geben, Gott gerne Zeit zu schenken, auch sich einzusetzen für das Reich Gottes. Was tust du für mich? Ja, er wird gerne etwas für Jesus tun, wer Gott erfahren hat. Und wie wir Gott tiefer erkennen können, wie wir mehr eindringen können in dieses unfassbare Geheimnis Gottes, dazu gibt es das Evangelium zwei wichtige Hinweise.

Der erste Hinweis ist bei dem Schatz im Acker. Dieser Mann, der da arbeitet und beim Pflügen wohl den Schatz plötzlich entdeckt, quasi durch Zufall, er arbeitet auf fremdem Terrain. Das Feld gehört ihm ja noch nicht. Erst dann kauft er es. Also er begibt sich auf etwas Unbekanntes, Fremdes und macht dort diese Erfahrung. Und das sehen wir in der Bibel öfter.

Denken wir zum Beispiel an Mose, der 40 Jahre lang die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro gehütet hat, immer auf den gleichen Weideplätzen. Immer wieder hat er von vorne begonnen, wenn das eine abgegrast war, ging er zum nächsten, immer dieselben Weideplätze. Und plötzlich, nach 40 Jahren geht er über die Steppe hinaus in fremdes Terrain und macht dort diese Erfahrung seines Lebens, den brennenden Dornbusch, wo Gott ihm seinen Namen offenbart, weil er es gewagt hat, einmal woanders hinzugehen, wahrscheinlich geführt von seinem Schutzenkel, aber er hat diesen Schritt getan.

Oder denken wir an die Heiligen Drei Könige, die aus fernen Ländern kamen, alles zurückließen und ein ungewisses Ziel ansteuerten. Sie folgten dem Stern, sie wussten nicht genau, was sie da erwarten würde. Sie kamen in dieses fremde Land und haben dort die Entdeckung ihres Lebens gemacht, den wahren König kennengelernt und gingen auf anderen Wegen heim. Alles war jetzt für sie neu. Nichts war mehr so wie vorher, weil sie diese Erfahrung mit Jesus gemacht hatten.

Wir müssen manchmal bereit sein für neue Erfahrungen, offen für eine tiefere Begegnung mit Gott. Und das ist das Erste, was wir brauchen, um Gott tiefer zu erfahren, diese Offenheit, diese Bereitschaft, uns auf etwas einzulassen, ja, auch etwas Neues, Ungewohntes. Das kann eine Wallfahrt sein, das können Exerzitien sein, das kann die Erfahrung der Stille sein, dass du endlich einmal den Mut hast, die Stille zu suchen, im Schweigen Gott zu begegnen, ihn in dir zu entdecken und du wirst Gott tiefer erkennen.

Der zweite Hinweis, der kommt von dem Perlensucher. Da ist es etwas anders. Den Schatz hat der eine ja quasi zufällig entdeckt, die Perle aber hat der Kaufmann gesucht, ganz gezielt kostbare Perlen gesucht. Und das ist das Zweite, was wir brauchen, nicht nur diese Offenheit, diese Bereitschaft, sondern auch dieses ganz gezielte Suchen nach Gott, dass wir auch im Gebet immer wieder bitten, Herr, lass mich dich tiefer erkennen, lass mich erkennen, was du für mich getan hast, damit ich auch bereit werde, etwas für dich zu tun. Diese Sehnsucht nach Gott, das ist das gezielte Suchen, diese Streben nach Heiligkeit, können wir es auch nennen, diese Bereitschaft, Gott immer mehr zu erfahren, diese Bitte, diese Streben, dieses Verlangen, Gott zu entdecken.

Und wenn wir diese Offenheit in uns haben und auch dieses ganz aktive, bewusste Suchen nach Gott, nach der Wahrheit, der Sehnsucht, Gott zu begegnen, dann wird er sich auch uns nicht verschließen. Dann werden wir ihn auch sicher immer tiefer erfahren können.

Und dann wird es uns eben nicht mehr so schwerfallen, etwas loszulassen, um Jesu Willen. Dann werden wir auch bereit sein, uns einzusetzen für das Reich Gottes, für den Glauben, auch einmal auf etwas verzichten, auf eine Veranstaltung am Sonntagvormittag zum Beispiel, um eben in die Kirche zu gehen, regelmäßig.

Als Tipp der Woche empfehle ich, täglich zu beten, Gotteslob 841. Wir werden er hernach singen. Es reicht, wenn Sie es zu Hause beten. Es ist dieses Gebet, das berühmte Lieblingsgebet von Bruder Klaus von Flüe.

Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. All diese Blockaden, all das, was mir Angst macht, mich dir hinzugeben. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir. Amen.