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2026-08-01, Predigt Mt 14, 13–21, Gebt ihr ihnen zu essen! Pfr. Erich Renner

02. August 2026

Gebt ihr ihnen zu essen!

Liebe Schwestern und Brüder,
dieses Wort Jesu an die Jünger gilt auch uns. Denn das Evangelium ist ja immer auch für uns heute geschrieben.

Gebt ihr ihnen zu essen! Das haben die Jünger damals getan, und alle Menschen wurden satt, so dass sogar noch etwas übrig blieb.

Und auch wir sollen den Menschen heute zu essen geben. Den Hungrigen, den vielen Menschen weltweit, die hungern, können wir helfen. Wenigstens einige Schritte in diese Richtung tun, durch unsere Spenden und durch unsere Unterstützung.

Aber es gibt auch einen anderen Hunger, den Hunger nach Sinn, nach Orientierung, nach Wahrheit, nach Liebe, nach Angenommensein, letztlich den Hunger nach Gott. Und auch hier sagt der Herr, gebt ihr ihnen zu essen. Wir sollen mithelfen, dass die Menschen etwas gegen diesen Hunger bekommen, dass ihr Hunger nach Gott gestillt wird.

Wir sollen und können dabei mitwirken. Freilich, meine Lieben, ergeht es uns oft wie den Jüngern damals. Was können wir schon Großes tun? denken wir. Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische, so geringe Möglichkeiten.

Wir erreichen nur ganz wenige Menschen. Ja, aber das, was wir tun können, das sollen wir auch tun. Das Wenige sollen wir dem Herrn geben.

Dann kann das Wunder geschehen, dass er viel daraus macht, Großes daraus macht, wie bei der Brotvermehrung. Wenn wir dem Herrn das Wenige, was wir tun können, schenken, wenn wir den Menschen zu essen geben, materiell und eben auch im geistigen Sinn, dann kann der Herr Großes daraus machen, er kann es vermehren und kleine Dinge können oft viel bewirken.

Dabei ist es wie bei der Brotvermehrung, wenn wir den Glauben teilen, wenn wir den Menschen Gott bringen, wenn wir das Evangelium verkünden oder von Gott erzählen. Denn damals war das ja so, Jesus hat die Brote wirklich vermehrt. Sie haben sie nicht einfach nur geteilt, weil das hätte ja überhaupt nicht gereicht. Das war den Jüngern von vornherein klar.

Aber diese Vermehrung geschah in Teilen. Während sie teilten, vermehrte der Herr die Brote und die Fische. Und so ist es auch beim Glauben.

Wenn wir den Glauben mit anderen teilen, wenn wir den Menschen von Gott erzählen, von unserer Glaubenserfahrung, wenn wir den Menschen Gott bringen und ihren Hunger nach Gott zu stillen helfen, dann wird auch unser eigener Glaube vermehrt. Diese Erfahrung kann man immer wieder machen. Wenn man anderen im Glauben Begleiter ist, Beistand, Helfer, dann tut einem das selber gut, dann wird man selber im Glauben gestärkt.

Den Glauben teilen, ja, dabei wird der Glaube vermehrt. In Teilen wird er vermehrt, so wie bei den Broten und Fischen. Es gibt ja auch den Spruch, geteilte Freude ist doppelte Freude. Und das gilt auch für den Glauben. Geteilter Glaube ist doppelter Glaube. Wo der Glaube weitergegeben wird, da wird er in einem selber auch lebendiger.

Und ja, das stärkt uns selber in unserer Beziehung zu Gott. Also, gebt ihr ihnen zu essen, das ist unsere Aufgabe. Es ist ein Hunger nach Gott, nach Liebe, nach Annahme, der bei den Menschen gestillt werden soll, dass dabei wir mithelfen mit den kleinen Möglichkeiten, die wir haben, dass bei diesem Teilen des Glaubens unser eigener Glaube vermehrt und gestärkt wird.

Wie können wir das Ganze nennen, was ich jetzt erklärt habe?
Mit einem Wort: Mission, meine Lieben. Das ist einfach kurz gesagt Mission.
Mission heißt den Glauben teilen, den Menschen Jesus bringen, die diese Sehnsucht in sich haben, die oft furchtbar leiden unter Einsamkeit und Sinnlosigkeit und Traurigkeit und Verzweiflung, den Menschen Jesus bringen, den Glauben teilen, das ist Mission.

Gegen das Wort Mission haben viele Menschen so eine Abneigung. Da denkt man an irgendwelche Dinge, die dann oft im Zusammenhang mit Mission auch nicht so gut gelaufen sind, sei es Zwang oder auch Ausbeutung. Ja, das können wir nicht leugnen, aber dadurch wird Mission an sich nicht schlecht oder überflüssig.

Sie ist dennoch notwendiger denn je, weil eben dieser Hunger nach Gott so stark ist heute, auch wenn viele Menschen das gar nicht selber merken. Die Menschen brauchen Gott, und darum braucht es heute Mission, wie zu allen Zeiten.

Um das Wort Mission ein bisschen besser verstehen zu können, müssen wir es einfach übersetzen ins Deutsche, Sendung. Mission heißt Sendung. Und Jesus sagt am Abend des Ostersonntags zu den Jüngern: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch, das ist Mission. Da beginnt diese Sendung an Ostern, wenn der Auferstandene die Jünger schon vorbereitet auf die Ausbreitung des Evangeliums.

Und das andere Wort des Herrn vor der Himmelfahrt: Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.

Das ist die Sendung der Kirche, die uns alle betrifft. Mission ist Sendung. Und um das noch besser zu verstehen, können wir einfach auch das heranziehen, woran man bei Sendung meistens denkt, nämlich an Fernsehsendung.

Eine Fernsehsendung, die lebt von der Ausstrahlung, sie wird ausgestrahlt. Und so lebt auch unsere Sendung davon, dass wir eine Ausstrahlung haben, dass wir in uns etwas tragen, was wir dann nicht mehr für uns selber behalten wollen und können. Dass in uns ein Feuer ist, das dann überspringt auf andere.

Das ist die Ausstrahlung, damit die Sendung funktioniert. Darum ist es wichtig, dass wir zuerst in uns selber diese Beziehung zum Herrn lebendig halten, dass sie immer stärker wird, freudiger, lebendiger, damit sie eben ausstrahlen kann. Eines ist dabei auch wichtig, um dann nicht Mission falsch zu verstehen oder zu praktizieren, die Freiheit.

Freiheit heißt nicht Beliebigkeit, sondern das heißt, dass dann jeder Mensch selber entscheiden muss, ob er das annimmt oder nicht, mit allen Konsequenzen natürlich. Aber wir können nie jemanden etwas aufzwingen, und wir wissen auch ganz genau, dass wir niemanden bekehren können, sondern dass das immer nur Gott selber tun kann, die Herzen berühren. Aber das ist eben Mission, den Menschen Jesus bringen, damit sie dann die Möglichkeit haben, sich für Gott oder für eine Vertiefung im Glauben zu entscheiden.

Liebe Pfarrgemeinde, wie Sie schon im Pfarrbrief lesen konnten, haben wir im Oktober wieder in unserer Pfarreiengemeinschaft eine „Kleine Mission“. Es sind nur vier Tage, ein verlängertes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag im Oktober. Dazu kommt wieder das Team der Passionisten aus Schwarzenfeld mit Priester, Ordensleuten und Laienmissionaren.

Und sie werden wieder den Glauben mit uns teilen und Menschen in unserer Pfarreiengemeinschaft einladen, ihren Hunger nach Sinn bei Gott zu stillen und nicht anderswo. Und das ist für uns wieder ein großes Geschenk, dass wir diese Möglichkeit wieder haben, auch das Missionsteam bei uns in der Pfarreiengemeinschaft zu haben und dass es hier tätig sein kann. Und es wird jeden Tag eine heilige Messe geben, dann einen Begegnungsabend, einen Gottesdienst eigens für Eheleute, einen Gottesdienst für Kranke und Senioren, einen Abend der Barmherzigkeit und Hausbesuche. Natürlich nur ein Teil der Straßen, weil man nicht auf ein paar Tage alle Häuser erreichen kann.

Aber ich möchte Sie heute schon einladen, dafür offen zu sein, diese Tage im Oktober auch zu nützen, dabei zu sein, die verschiedenen Gottesdienste zu besuchen und so auch wieder ein wenig im Glauben gestärkt zu werden und eben auch dann selber befähigt zu werden, den Glauben zu teilen.

Und darum gibt es nicht einen Tipp der Woche heute, sondern einen Tipp des Monats oder der Monate, weil es am Schluss, nämlich beim Rausgehen, einen Zettel gibt mit dem Gebet, mit dem Heilig-Geist-Gebet der Pfingstsequenz, wo ich Sie bitte, dass Sie das jetzt möglichst oft, am besten natürlich täglich, bis zur kleinen Mission beten als Vorbereitung, dass der Heilige Geist alles einfädelt, dass genau die Menschen erreicht werden, die es am dringendsten brauchen, dass die Missionare die richtigen Worte finden, dass das Ganze ein Segen werde für unsere Pfarreiengemeinschaft.

Diesen Zettel, den werden wir am Schluss dann beim Rausgehen an den Ausgängen verteilen, und ich lade Sie ein und bitte Sie mitzubeten, denn nur der Herr kann es wirklich tun. Wir sind nur die Helfer, die ein wenig etwas einbringen, aber der Herr muss es dann verwandeln und vermehren. Amen.